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  'Eine Lanze für jemanden brechen' (oder auch: einlegen): 
Auch heute hat der Ausdruck noch die Bedeutung für jemanden energisch eintreten, sich für ihn stark machen ...

Die Redewendung 'Eine Lanze für jemanden brechen' kommt aus dem mittelalterlichen Ritter-Turnierwesen.

Eine Lanze einlegen (oder auch brechen) bedeutete also damals für jemanden eintreten, dessen Ehre, Sache etc. mit der Waffe (Lanze) in der Hand verteidigen. Dies war meist Rittern vorbehalten.

Für diese Ritterkämpfe wurde die Lanze in die Armbeuge eingelegt. Mitunter waren an den Rüstungen auch noch Halterungen angebracht, um die Lanze leichter führen und halten zu können.


Weitere Redewendungen und Begriffe aus dem Militärischen (besonders des Mittelalters):
'kein Aufhebens machen', 'Brandschatzen', 'Doppelsöldner', 'Heft aus der Hand nehmen', 'Eine Lanze für jemanden brechen', 'Spitz auf Knopf stehen', 'im Stich lassen'
  'Durch die Lappen gehen.':
Entweichen, entkommen ...

Eine Redensart aus der Jägersprache.
Um bei einer Jagd das Wild am Ausbrechen aus dem Jagdrevier zu hindern, wurden bunte Stoff-Fetzen zwischen den Bäumen aufgehängt. Davor scheuten die Tiere zurück. Manchmal durchbrachen aber die Tiere (in Todesangst ...) die Absperrung und "gingen so durch die Lappen".


Weitere Redewendungen, die mit der Jagd und der Forstwirtschaft zusammenhängen:

'abklappern' 'in die Binsen gehen' 'auf dem Holzweg sein'
'durch die Lappen gehen' 'auf den Leim gehen'
'sich mausig machen' 'kein Pappenstiel sein' 'Pechvogel'
  'Den Laufpass geben.':
Der Begriff ist heute negativ belegt.
Jemanden "abservieren", sich von ihm (in einer Mann-Frau-Beziehung) trennen ...

Ursprünglich war aber der Laufpass (auch: Laufzettel genannt) die Entlassungsbescheinigung eines Soldaten aus dem Militärdienst (18. Jh.). Mit diesem Laufpass konnte er auf Arbeitssuche gehen, sich bewerben.
  'Auf den Leim gehen':
Heute: hereinfallen, hereingelegt werden ...

Der Begriff kommt aus der Fallenstellerei:

Vor allem Vögel, wurden mit Leim, der auf einen Ast etc. geschmiert wurde, gefangen. Mitunter wurde dazu auch Pech benutzt.

Auch Mäuse sollen mit Pech oder Leim beschmierten Brettern? gefangen worden sein.



Weitere Redewendungen, die mit der Jagd- und Forstwirtschaft zusammenhängen:

'Abklappern' 'In die Binsen gehen' 'Auf dem Holzweg sein'
'Durch die Lappen gehen' 'Auf den Leim gehen'
'Sich mausig machen' 'Kein Pappenstiel sein' 'Pechvogel'
  'Aus dem letzten Loch pfeiffen.':
Heute: sterbenskrank sein; wirtschaftlich am Ende sein ...

Möglicherweise ist der Ursprung bei Musikinstrumenten zu finden:
Wenn jd. aus/auf dem letzten Loch z. B. einer Flöte bläst, erzeugt er den höchstmöglichen (letztmöglichen) Ton des Instrumentes.
Denkbar ist aber auch, dass die letzten Atemzüge (pfeifende ... Geräusche) gerade von todkranken Menschen gemeint sind. Der Rachen wäre dann wohl: "das letzte Loch".
  'Den Löffel abgeben.':
Früher waren Löffel mitunter wertvoll.
Wenn der Älteste einer Sippe starb, wurde sein Löffel an einen anderen weitergeben.
  'Löwenanteil':
Die Redewendung stammt möglicherweise von dem Fabeldichter Aesop:

'Der Löwe, der Fuchs und der Esel:'


»Ein Löwe, ein Fuchs und ein Esel gingen zusammen auf die Jagd. Vorher hatten sie sich darauf geeinigt, die Beute gleich zu verteilen. Ihre Beute war beachtlich. Der Esel erhielt vom Löwen den Befehl zum Teilen, was der auch gewissenhaft mit 3 gleichen Teilen tat. Der Esel bat dann den Löwen, zu wählen.

Daraufhin wurde der Löwe zornig, zerriß den Esel und beauftragte nun den Fuchs mit einer neuen Aufteilung der Beute. Der Fuchs trug alles zusammen, legte den Esel zuoberst und bat nur um ganz wenig von der Beute.

"Gut, mein Freund", sagte der Löwe, "sage mir nur noch, wer hat dich so schön teilen gelehrt?"

"Das Schicksal des Esels", war seine Antwort.«



Siehe auch: Fabeln.
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